Von Hühnerstange zu Hightech - Eine Mining Unternehmen entwickelt sich

Von Hühnerstange zu Hightech – Hashtrend im Dialog

Mining Historie & der Einfluss auf den Preis
16. Oktober 2018

Die Gründer Aroosh und Andi erzählen Cointrend, wie eine der effizientesten Mining Farmen der Welt vor wenigen Jahren aus einem Kabelsalat im Holzregal entstand.

Schritt 1: Der Anfang

Wer sich heute im skandinavischen Rechenzentrum von Hashtrend umschaut, wird kaum glauben, wie und wo das Projekt angefangen hat. Reihen von Prozessoren rattern vor sich hin und minen fast ununterbrochen die prominentesten Kryptowährungen. Geschäftsführer Aroosh Thillai (seit 10 Jahren in der Finanzbranche und jetzt als Strategiechef unterwegs) und Andi Lange (schon 10 Jahre IT Entwickler und auch bei Hashtrend der Profi-Nerd) erinnern sich aber noch an die Anfangszeiten.

Andi: Bei mir war es so, dass ein Kollege auf mich zugekommen ist und meinte: “Ich habe hier ein paar Leute, die mit einem Raspberry Pi Bitcoin minen”. Da habe ich erstmal gefragt, was denn bitte Bitcoin ist.

Mining mit Einplatinenrechnern wie dem Rasberry Pi? Wer sich schon eine Weile im IT-Bereich bewegt, muss jetzt bestimmt kichern. Hier wird ja quasi aus dem Mittelalter berichtet. Andi tauchte in die technische Seite ein und entdeckte die Blockchaintechnologie, Proof of Work (PoW) und Kryptomining.

Andi: Als angehender Miner habe ich mir selbst einen GPU Rig im Keller zusammengestellt. Das war noch lustig, da ich in einer Schreinerei wirklich aus Holz ein Gebilde für die Rig gefertigt habe. Die Grafikkarten haben dann wie kleine Hühnchen auf der Stange gehockt.

Wie es einem echten Finanzmenschen gebührt, verpasste Aroosh die frühesten Chancen, in Krypto einzusteigen, indem er das magische Internetgeld erstmal ablehnte.

Aroosh: Ich hatte tatsächlich schon vor 2014 etwas über Bitcoin erfahren. Leider machten mich zu diesem Zeitpunkt meine Vorurteile über Kryptowährungen taub für die Ratschläge meiner Kollegen. Jetzt finde ich es schade, dass ich nicht früher in Bitcoin investiert habe.

Tja, wie vielen von uns geht es nicht ähnlich? Dennoch fand Aroosh über das Trading und Charts seinen Weg in die Kryptosphäre. Von Andi ließ er sich dann auch noch mit Mining anstecken:

Aroosh: Bei Andi im Keller war für mich das erste Mal, dass ich einen GPU Rig gesehen habe. Ich hatte zwar schon oberflächlich von Mining gehört, war selber aber eher mit der Chart-Analyse und Co. beschäftigt. Eine Maschine dann live zu sehen, war schon etwas Anderes.

Andi: Du hast am Anfang gedacht es sei eine Bombe…

Aroosh: Ja, das stimmt, hihi!

Das Experiment mit den Bomben auf Hühnerstangen in Andis Keller hielt aber nicht ewig. Insbesondere die deutschen Strompreise und Steuern brachten Andi und Aroosh zu einer großen Entscheidung: sie packten ihre Rigs zusammen und es ging ab in die Niederlande.

Andi: Deutschland verlangt von Verbrauchern die sogenannte EEG-Umlage. Diese Maßnahme treibt den Strompreis hoch. In den Niederlanden muss man einfach weniger an den Staat abführen und der Preis ist niedriger. Es gibt mehrere Faktoren, wie z.B. Difficulty oder Preis, die das Mining beeinflussen. Der Strompreis bildet aber die Basis. Wenn du diesen runter setzen kannst, wirst du länger am Markt bleiben.

Was sich in den Niederlanden “Rechenzentrum” schimpft, wirkt noch nicht wie die modernste Hightech-Lösung. Selbstgemachte Holzkisten mit GPUs, Kabeln und Steckdosen standen in Schwerlastregalen. Ventilatoren aus dem lokalen Mediamarkt pusteten die Luft durch den Raum.

Aroosh: Der Schlauch beim Fenster ist eigentlich eine Klimaanlage für den Heimbereich. Die haben wir aus unseren Büros rausgeschraubt und zur Farm gebracht, unter der Prämisse: “Wir können schwitzen, die Miner aber nicht”.

Alte Mining Rigs

Alte Mining Rigs

EEG-Umlage oder nicht: das Mining im Polder lief wie ein Tourist auf Holzschuhen – holprig, laut und mit regelmäßigen Abstürzen. Schon bald waren Andi und Aroosh auf der Suche nach einer neuen Location für ihre Maschinen. Die Checkliste war lang.

Andi: Ein Kriterium für uns war, dass es – hauptsächlich wegen der Rechtslage – noch innerhalb der EU ist. Das zweite sehr wichtige Kriterium war grüne Energie. Ich persönlich halte nicht viel davon, eine Mining Farm direkt neben einem Kohlekraftwerk aufzubauen. Das geht gegen meine Einstellung und Werte. Darüber hinaus ist ein kaltes Klima gut für die Hardware und spart Kosten in der Belüftung.

Den perfekten Fleck fanden sie dann in Skandinavien, direkt neben einem Wasserkraftwerk. Grüne Energie, blaue Luft und weißer Schnee – Die Miner hatten eine neue Heimat. Den Umzug wollte Aroosh dann  aus Sicherheitsgründen unbedingt selber umsetzen.

Aroosh: Eine sehr heikle Situation zu der Zeit. Andi und ich waren noch zu zweit. Je populärer das Thema Mining wurde, desto mehr wurde auch bekannt, wie viel Geld in dem Equipment steckt. Aus diesem Grund haben wir uns mit dem Gedanken, jemanden zu beauftragen die Geräte rüber zu schaffen, einfach nicht wohlgefühlt. Blieb nur eine Lösung: Der Mining Roadtrip mit einem Sprinter quer durch Nordeuropa. Wir haben ein Bild, wie der Sprinter mit den Holz-Rigs beladen ausgesehen hat.

Miner Umzug nach Skandinavien

Miner Umzug nach Skandinavien

Die Fahrt verlief nicht ganz ohne Probleme. Zollbeamte an allen Landesgrenzen mussten mühsam davon überzeugt werden, dass Aroosh mit den Geräten keine terroristischen Anschläge durchführen, sondern nur digitale Münzen schürfen wollte. Keine sehr glaubwürdige Geschichte.

Aroosh: Die Beamten waren schon ziemlich geschockt. Wir hatten die Holz-Rigs, die Andi gebaut hatte und die Schwerlastregale mit den Grafikkarten dran. Wir haben den Sprinter mit etwa 500-1.000 Grafikkarten voll geladen. Es sah schon sehr merkwürdig aus. Zum Glück hatte ich Rechnungen und alles dabei.

Das skandinavische Data Center hielt Andis selbstgebauten Gestelle für hochgefährliches Brandholz, was nicht in die Facility rein durfte. Alle Geräte mussten auseinandergebaut werden. Der Wiederaufbau erfolgte in Custom Cases aus Eisen – sicher und platzeffizient. Aber eine Sache hatten die Jungs übersehen.

Andi: Wir haben sehr viele Miner und Grafikkarten in einen sehr kleinen Raum gepresst. Ging super. Allerdings waren es so viele, dass die anderen Kunden nach dem Start keine kühle Luft mehr bekommen haben, weil unsere Geräte alles aufgesaugt hatten. Das hat uns bei den anderen Kunden nicht unbedingt beliebt gemacht…

Dennoch wurden die Maschinen ab dem Punkt effizienter platziert und benutzt. Die Hashrate stieg an. Das Projekt Hashtrend wurde geboren.

Bald hatten Andi und Aroosh die technischen Probleme und wiederholte Installation/Konfiguration der Miningmaschinen satt. Innovative Software- und Hardwarelösungen im Mining wurden zu Hashtrends Kerngeschäft.

Schritt 2: Das Ökosystem

Wer mit Mining mehr als die paar Cent am Tag von kostenlosen Pools wie MinerGate und Honeyminer verdienen möchte, investiert in eigene Hardware. Wer seine eigene Hardware betreuen muss, weiß, wie viel Zeit die Konfiguration und Wartung fressen. Statt am Stammtisch herum zu lamentieren machten sie sich an die Arbeit.

Aroosh: Wir sind nicht die klassischen Miner, sondern haben unsere Zeit in die Produktentwicklung von Mining Hardware gesteckt. Hauptsächlich mit dem Ziel, Mining effizienter zu machen. Wir sind beide der Meinung, dass das Thema Mining in den nächsten Jahren noch wachsen wird.

Mit dem Aufbauen und Konfigurieren einer Miningmaschine ist ein erfahrener Miner in der Regel 10 bis 15 Minuten beschäftigt. Wer 4.000 Geräte aufbauen muss, kann also mit mehr als 100 Arbeitsschichten und einem Koller rechnen. Aber wenn wir schon seit 1767 öde Aufgaben an Maschinen abgeben… warum sollte man dann anno 2016 noch zig mal dieselben Daten per Hand eintragen? Na nicht! Dank ihrer innovativen Hardwarelösung hatten Andi und Aroosh den Aufbau von 4.000 Maschinen in gut zwei Wochen erledigt.

Andi: Damit wir auf diese Zeit kommen, haben wir eine Hardware entwickelt, die besonders im Inventarisierungsprozess hilft. Ab einer gewissen Größe ist das extrem wichtig. Wenn ein Gerät kaputt ist und ich nicht weiß, wo es steht, dann habe ich ein Problem. Unsere Lösung haben wir dann über die Erfassung, Steuerung und Auswertung weitergeführt. Dazu haben wir jeweils Produkte geschaffen. Die Installation eines Miners braucht bei uns nur noch 1,5 Minuten.

Ganz dumm berechnet gilt also:

  • 15min x 4.000 Miner = 60.000 Minuten (1.000 Stunden bzw. 125 Arbeitstage)
  • 1,5min x 4.000 Miner = 6.000 Minuten (100 Stunden bzw. 12,5 Arbeitstage)

Allerdings ist es nicht der Aufbau der Maschinen im Rechenzentrum, der den Minern die meisten Kopfschmerzen beschert. Noch viel kostbarer ist die Zeit, während der die Miner nicht funktionieren.

Andi: Wir hatten oft Miner, die aufgebaut waren, aber Probleme mit Überhitzung oder Funktionsstörungen am Lüfter hatten. Diese Art der Probleme ist in einer Mining Farm täglich anzutreffen. Je größer die Farm wurde, desto mehr Zeit haben wir mit manuellen Tätigkeiten verschwendet, um die Probleme zu beheben.

Manchmal reicht bei einer Fehlfunktion bereits ein schneller Neustart des Gerätes, aber das setzt einige Dinge voraus: Das Gerät muss lokalisiert werden (was bei 4.000 Maschinen eine zeitraubende Geschichte werden kann), es benötigt eine Prüfung und ggf. Wartung (wiederum eine knifflige Arbeit), bevor der Miner per Handgriff den Stecker zieht und wieder einsteckt.

Andi: Wir konnten dafür auch keine 100 Leute einstellen, also mussten wir solche Dinge automatisieren. Da ich Softwareentwickler bin, haben wir Schritt für Schritt an Problemlösungen gearbeitet. Jetzt wird bei einem zu niedrigen Energieverbrauch die Maschine automatisch neu hochgefahren.

In Kombination bilden die raffinierte Hardware, wie das Inventarisierungsgerät und die intelligente Steckdosenleiste, zusammen mit der umfassenden Software ein Ökosystem, was dem modernen Miner so gut wie jede Aufgabe erleichtert.

Andi: Wir können sehr viel digital steuern. Das Einzige was wir nicht können, ist das Ersetzen von defekten Hardwarekomponenten. In dem Fall muss jemand hingehen, um z.B. den Lüfter abzuschrauben, auszutauschen und neu zu starten. Das war es aber schon.

Das Mining Ökosystem warnt also bei Leistungsausfall und gibt den genauen Standort der betroffenen Maschine wieder, so dass Hardwareprobleme schnell behoben werden können. Für eine effizientere Erfassung der Daten wurde zudem eine Art Router entwickelt und an die Software angebunden.  

Andi: Jede Funktionalität, die wichtig ist, können wir jetzt über remote erledigen. Ein Beispiel: Jeder Miner hat eine Benutzeroberfläche, in der man pro Miner Einstellungen vornehmen kann. Wir haben eine Art Router (denke Fritzbox) entwickelt, über den du die Daten von allen angeschlossenen Geräten mit einem Klick in der Software Suite anpassen kannst. Das ist praktisch, wenn du den Mining Pool ändern willst, oder ein Gerät neustarten oder übertakten musst.

An dieser Stelle fragt sich der Laie erstmal, warum man denn den Mining Pool ändern möchte.

Andi: Es gibt eine Story dahinter. Vielleicht erinnert sich jemand, dass Nicehash gehackt wurde. Das war im Dezember letzten Jahres und die waren bei uns als Pool hinterlegt. Auf einmal mussten wir alle unsere Miner umstellen, aber die Solution Software war noch nicht fertig. Dann haben wir bei jedem Miner mit Copy und Paste die Daten einzeln eingestellt. Das hat mit 4 Leuten ca. 1,2 Tage gedauert. Für ein einfaches Update. Es war grausam.

Das Ökosystem aus unterschiedlichen Hardwarekomponenten und einer Software Suite macht Kryptomining leichter und vor allem viel zeiteffizienter. Im Hashtrend Rechenzentrum sind alle Elemente erfolgreich im Einsatz. Der nächste Schritt ist eine hochwertige Produktion für die zukünftigen Kunden.

Andi: Die Software wird deutsch sein, sowie die meiste Hardware. Dabei kann mal ein einzelnes Relais aus China kommen, aber allgemein wird es “made in Germany“ bzw. “made in Switzerland” sein.

Direkt in Hashtrend zu investieren ist nicht möglich. Interessierte Miner können aber demnächst das Ökosystem für ihre eigenen Operationen kaufen. Anders als einige andere Mining Unternehmen, hat Hashtrend kein Cloud Mining im Angebot.

Andi: Cloud Mining Anbieter bauen Miner auf und verkaufen die virtuelle Leistung mit Aufschlag. Bei z.B. Genesis Mining bin ich mir recht sicher, dass es die Geräte tatsächlich gibt und alles seriös ist. Andere Anbieter haben aber die Cloud Mining Branche in ein schlechtes Licht gerückt.

Aroosh: Ich kenne auch Leute, die sich die Finger an Cloud Mining Angeboten verbrannt haben. Es sind Klauseln in den Verträgen, die dazu führen, dass sie vorzeitig aufgelöst werden. Ich kann die negative Stimmung nachvollziehen. Der Vergleich zu uns passt aber nicht. Genesis Mining wäre eher ein potentieller Kunde für unsere Produkte, wir nicht für Genesis.

So hat sich aus den hölzernen Hühnerstangen ein hocheffizientes und innovatives Miningsystem entwickelt. Wer den schönen Worten nicht traut, kann sich auf die Zahlen verlassen. Andi und Aroosh lüften den Schleier.

Schritt 3: Hardware und Coins

Da im Mining jede Minute Ausfall den Unterschied zwischen 12,5 BTC im Plus und Betrag X an Betriebskosten im Minus ausmachen kann, ist die Konkurrenz mörderisch. Wer längerfristig den Kopf über Wasser halten kann, macht irgendwas richtig. Ein paar aktuelle Zahlen aus dem Hashtrend Data Center:  

Miner: 4.000 Geräte (ASIC/GPU)

Gewicht: 48.000 kg Material (ohne Netzteile, Kabel, usw.)

Aufbau: 2 Wochen

Energieverbrauch: 5 MW

Karten (u.a.):

  • nVidia GTX 1060, GTX 1070
  • AMD Radeon™ 470, Radeon™ 570
  • AMD Vega

Hashrate:

  • Litecoin (LTC) – oberer einstelliger Bereich
  • Dash (DASH) – unterer zweistelliger Bereich

Coins (u.a.): Bitcoin (BTC)

  • Ethereum (ETH)
  • Litecoin (LTC)
  • Dash (DASH)
  • monero (XMR)

Im skandinavischen Center werden also mehr als nur eine Handvoll Coins geschürft. In der Liste finden sich hauptsächlich die etablierten Riesen, wie Bitcoin, Ethereum und Litecoin wieder.

Aroosh:  Mit unseren ASICs minen wir Litecoin, Dash und auch Bitcoin. In der Richtung haben wir uns ziemlich breit aufgestellt. Wir minen hauptsächlich die größeren Coins und da bieten uns die Börsen ausreichend Nachfrage und offene Orders. Kleinere Coins zu minen lohnt sich nicht, da wir genau diese am Markt nicht loswerden.

Hobbyminer können auch kleinere Mengen von neuen, unbekannten Coins minen und am Markt verkaufen. In einer größeren Operation, wie der von Hashtrend, müssen die Risiken anders aufgeteilt werden. Welcher Coin am meisten bringt, lässt sich schwer sagen.

Andi: Wann ist es profitabel? Es ist so: ich starte das Gerät, mine und entscheide mich dafür zu verkaufen. In der Zeit muss ich aber auch die laufenden Kosten bezahlen. Sicher wäre es clever gewesen alles an ETH zu behalten, aber deine Rechnungen musst du auch begleichen. Die profitabelsten Maschinen sind sicherlich bei uns die GPUs. Die laufen auch schon seit zwei Jahren. Im Vergleich zu den ASICS waren sie auch flexibler und haben besser durchgehalten.

Auch wenn es natürlich die PoW-Coins sind, die das Minerherz schneller schlagen lassen, haben Aroosh und Andi natürlich auch ihre persönlichen Lieblingscoins. Aroosh ließ sich von Cardano (ADA) überzeugen. Für Andi spielt auch die gesellschaftliche Komponente eine wichtige Rolle.

Andi: Bei mir besteht Begeisterung weniger für einen Coin ansich, sondern für eine Community und das was sie schon geschafft haben. Darum bin ich ein bisschen verliebt in Dash und das Drumherum. Man kann sich dazu mal die Dokumentation als Video anschauen, wie Dash z.B. in Venezuela schon im Alltag benutzt wird. Einfach klasse, wie die Währung den Menschen hilft, während die eigene FIAT Währung der Regierung nicht mehr nutzbar ist. Dash zeigt damit, dass Krypto funktioniert.

Die große Frage bleibt natürlich, wie es mit dem Mining weitergeht. Wie groß werden die Mining OPs und wie hoch die Hashrate? Hashtrend sieht eine Zukunft voller Potenziale.  

Schritt 4: Der Ausblick

Wer in Krypto länger als ein Jahr voraus plant, bewegt sich oft auf dünnem Eis. Im Mining kann man aber in nächster Zeit noch sehr gute Geschäfte machen – insbesondere mit innovativen Produkten, die die Effizienz einer Operation stark verbessern. Auf fast allen Kontinenten kann Hashtrend mit der Software Suite und Hardware Lösungen Miner unterstützen.

Aroosh: Wir sehen, dass die Netzwerke größer werden und auch mehr Leistung benötigt wird. Wenn wir auf Messen sind, sehen wir besonders aus Japan, China und Europa Firmen, die Projekte jenseits von 500 MW planen. Sie suchen dort nach Geräteherstellern. Das hat uns gezeigt, dass die Lösungen, die wir für uns entwickelt haben, definitiv auch für größere Projekte benötigt werden. Aus dem Grund ist es unser Ziel, Vorreiter in diesem Marktfeld zu werden.

Um das zu erreichen, wird Hashtrend immer mit der Zeit mitgehen müssen. Die Schwierigkeit (Difficulty) des Minings wird in PoW-Währungen angepasst – in der Regel nach oben. Dies wird beeinflusst von der Rechenpower im Netz. Andi erklärt:

Andi: Von technischer Seite her sieht man heute schon, dass die Schwierigkeit steigt. Das bedeutet, dass insgesamt mehr Miner laufen. Das ist auch gut so, weil dadurch die Dezentralisierung erhöht wird und das System stabiler ist. Meiner Meinung nach wird es sich fortsetzen, dass mehr Leistung in den Markt kommt. Das bestätigt für mich den Wert des Systems.

Immer mehr Unternehmen versuchen am Mining zu verdienen. Wo nVidia und AMD wahrscheinlich zunächst positiv überrascht waren von der plötzlichen Nachfrage, spezialisierten sich Firmen wie das chinesische Bitmain schon schnell auf ASICs für individuelle Coins. Andere Tech-Riesen wie Sony trauen sich mittlerweile ebenfalls auf diesen neuen Markt mit seinen hohen Ansprüchen.

Andi: Die Hersteller produzieren die Geräte so, dass sie 24/7 laufen können. Die Rate an defekten Geräten ist bei uns sehr gering.

Das war auch mal anders, erinnert sich Aroosh:

Aroosh: Vor zwei Jahren war die Situation sehr schnelllebig. Ein Gerät, dass nach 6 Monaten Betrieb in einer Farm kaputt gegangen ist, wurde ersetzt statt repariert, weil das einfach günstiger war. Mittlerweile laufen die Maschinen effizienter und mit weniger Fehlern.

Andi: Aber es gibt defakto keine Hardware mehr, mit der sich ein ROI innerhalb von drei Monaten realisieren lässt. Dafür sind zu viele in den Markt gekommen und die Margen sind kleiner geworden.

Wer die Beiden jetzt reden hört, würde fast vergessen, wie die Hashtrend-Geschichte angefangen hat. Das Bild vom klassischen Nerd, der sich einen Weg durch den Kabelsalat in seinem Keller bahnt, liegt definitiv in der Vergangenheit. Mit nur wenigen Rigs hätte er heute auch keine Chance mehr, einen Block zu finden.

Aroosh: Rückblickend auf die Rendite zu Zeiten, als 99% nichts von Mining wussten, haben die wenigen Miner gut verdient. Auch wenn Federn gelassen wurden, wenn du es mit klassischen Anlagen vergleichst und die Preisentwicklung mit betrachtest, sind es immer noch gute Renditen. Über kurz oder lang wird es sich wahrscheinlich nur noch für große Farmen lohnen.

Ob diese Entwicklung nun etwas Gutes oder Schlechtes ist, ist Ansichtssache. Je mehr Miner es gibt, desto dezentralisierter ist die Währung. Wo das zunächst noch einzelne Personen waren, werden sich bald nur noch die größten und effizientesten Operationen gegenseitig Konkurrenz machen. Aber was passiert, wenn Litecoin (2019) und Bitcoin (2020) ihre Blockbelohnung halbieren?

Andi: Das kann logisch betrachtet den nächsten Hype auslösen. Das Angebot verringert sich und bei gleichbleibender Nachfrage ist ein Anstieg eigentlich unumgänglich. Sollte die Nachfrage steigen, wäre es sogar noch besser.

(Disclaimer: Keine Investmentberatung! Nur die Vermutung einer Privatperson!)

Klingt logisch. Aber… Trotz der Nachfrage fällt die Belohnung pro Block auf einmal um 50%. Sitzen die Miner dann weinend vor ihren Rigs? Bewerben sie sich auf Jobs in einer anderen Branche? Nein! Der Wettbewerb wird nur noch spannender und jede Sekunde kostbarer.

Andi: Wir hoffen natürlich, dass der Preis entsprechend steigt, so dass wir auf diese Weise die weniger ausgezahlten Coins darüber ausgleichen können. Aber wenn wir von heute auf morgen 50% weniger haben, kommen die gleichen Fragen wieder auf:

  • Wie machen wir unsere Hardware noch effizienter?
  • Wo bekommen wir die besten ASICs und GPU?
  • Wo ist der Strom noch günstiger?

Und so schließt sich der Kreis. Oder besser gesagt, die nächste Schleife – denn jedes Bastelprojekt, jeder Umzug und jede Entwicklung im Hashtrend Team wurde von dieser Frage angetrieben. Was der nächste Schritt sein wird? Sobald wir es wissen, setzen wir uns wieder mit den Jungs für ein gutes Gespräch hin.  

Na? Hat dir das Interview gefallen und willst du auch deine eigenen Fragen an das Hashtrend Team beantwortet haben? Das geht ganz leicht in der Telegram Gruppe https://t.me/hashtrend_ag. Lieber faul? Weitere Infos zum Projekt, den Produkten und der Technologie hinter Proof of Work findest du auch in mundgerechten Bröckchen auf YouTube.

Bis bald!

Jan Werel
Jan Werel
Chief Marketing Officer (CMO) at Hashtrend AG.

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